Gelingt der zehnte Bayern-Sieg gegn Vitoria-Gasteiz

Wenn die Bayern-spieler nach dem Spiel gegen Baskonia Vítoria-Gasteiz auch einen Sieg bejubeln können wäre alles wieder im Lot. Foto: FCBB

Diese Niederlage war schmerzhaft und hat den Bayern-Basketballern die hart erarbeitete, schöne Ausgangslage vor dem Schlussspurt der Hinrunde in der EuroLeague doch ein wenig eingetrübt: Das 75:79 in St. Petersburg wertete nicht nur Chefcoach Andrea Trinchieri als Rückschritt und Enttäuschung, denn lange hatte sein Team das Geschehen kontrolliert und die deutlich bessere Spielanlage aufgewiesen. Doch letztlich reichten den Gastgebern ein paar kühne Distanzwürfe von Topscorer Baron (20) und Hollins‘ Lotteriewurf aus der eigenen Hälfte zum Ende des dritten Viertels (56:60), um die Bayern entscheidend aus dem Rhythmus zu bringen.

Dieses sogenannte Momentum möchten sich die Münchner nun unbedingt schon am Freitagabend zurückholen: Ab 19.30 Uhr kommt es im Audi Dome zum nächsten Duell mit einem Konkurrenten um einen Platz in der oberen Tabellenhälfte, wobei der spanische Meister Baskonia Vítoria-Gasteiz als etablierter Playoff-Kandidat fast noch mehr einen Sieg benötigt.

Auch der ACB-Champion benötigt einen Sieg

Nach dem unerwartet deutlichen 73:92 vom Dienstagabend in Kaunas weist Vítoria-Gasteiz im dichten Verfolgerfeld 6:7 Siege auf, die jetzt viertplatzierten Bayern 9:5. Mit dem zehnten Saisonerfolg würde man einen Konkurrenten also auf Distanz halten. Offen ist die Rückkehr von Vladimir Lucic (Rücken) und eher unwahrscheinlich das Debüt von James Gist (Individualtraining).

„Wenn du Gift zu dir nimmst wie wir in Sankt Petersburg, fühlst du diese Bitternis noch lange Zeit in deinem Mund. Das Beste dagegen ist, schnell wieder auf den Court zu gehen und Frustration in Energie zu verwandeln. Das wollen wir gegen Baskonia tun, obwohl ich sehr großen Respekt vor ihnen habe. Sie liegen über ihren Erwartungen und haben die letzten Wochen insgesamt sehr gut gespielt. Wir müssen gegen diesen erfahrenen Gegner alles auf dem Feld lassen, um sie bezwingen zu können.“

Wie unangenehm der vielmalige spanische Meister zu spielen ist, haben die Bayern in der zurückliegenden Saison erlebt: Sowohl auswärts (80:71) als auch zuhause (93:60) gewann der derzeitige Tabellenvierte der spanischen ACB das Duell mit dem FCBB.

Zur Gegenwart: Nach zwischenzeitlich vier Siegen in Serie – gegen Fenerbahce, Panathinaikos, Olympiakos und Efes – musste auch Baskonia-Trainer Ivanovic am 14. Spieltag einen Rückschlag hinnehmen. Für ihn, der während der vergangenen Saison abermals den A-Lizenz-Klub übernahm, ist es das Jahr nach dem spektakulären Wechsel des langjährigen Kapitäns Tornike Shengelia zu ZSKA Moskau. Nach sechs Jahren und dem 69:76-Finaltriumph im spanischen Meisterschaftsendspiel über den FC Barcelona verließ der georgische Ex-NBA-Profi Vítoria.

Balldieb und Assistgeber Henry, Topscorer Peters und Vildoza

Der Kader ist dennoch erlesen, so wechselte der amerikanische Distanzwerfer Alec Peters (2,06 m/12,1 PpS, 46 % Dreier) von Efes Istanbul ins Baskenland, im nigerianischen Center Tonye Jekiri zudem der zweitbeste EuroLeague-Rebounder der Vorsaison (für Villeurbanne 7,5 RpS). Bei den Guards tragen der einheimische Spielmacher Luca Vildoza (11,9 PpS) – er erzielte gegen Barcelona den finalen Korb zum Titelgewinn –, Pierria Henry (18,8 PpS) sowie der im Laufe des letzten Jahres aus Ulm gewechselte slowenische Scorer Zoran Dragic (9,6 PpS) die Verantwortung.

Vor allem der französische Nationalspieler Henry tritt mit seinem übersichtlichen Playmaking derzeit formstark auf, er ist momentan bester Balldieb der EuroLeague (2,1 STpP) und drittbester Vorlagengeber (6,9 ApS). Einer der Profiteure ist der litauische Flügelspieler Rokas Giedraitis (11,4 PpS), der im Sommer für das Angebot aus Spanien die Verlängerung in Berlin ausschlug. (pm-FCBB)

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