Gegen Khimki müssen die Bayern zurückkommen

Mit Khimki Moskau treffen die Bayern auf einen Playoff-Kandidaten in der Euroleague. Foto: FCBB

Als die Bayern-Basketballer neulich vier Siege in Serie feierten und zwischenzeitlich sogar das EuroLeague-Tableau anführten, ist niemand von ihnen durchgedreht. Jetzt, nach zwei Niederlagen hintereinander, ist auch von Larmoyanz nichts zu vernehmen im Team um Cheftrainer Andrea Trinchieri. 7:4 lautet die Bilanz der Münchner nach den schweren Aufgaben gegen Titelfavorit ZSKA Moskau (81:89) und auswärts beim viermaligen EuroLeague-Gewinner Panathinaikos Athen (76:83) – damit befinden sie sich weiterhin in einer sehr angenehmen Position und gehen erneut zuversichtlich in das nächste Duell: Am Freitag (4.12., 20.30 Uhr) kommt im russischen Topteam Khimki Moskau ein Playoff-Kandidat in den Audi Dome, der vor der Saison wieder hoch gewettet war und bisher deutlich unter Wert performte angesichts von nur 2:8 Siegen.

Das macht den Job für Trinchieris Männer nicht gerade einfacher, wie ja vor Wochenfrist auch die Bounce-back-Reaktion von Panathinaikos belegte. Der zu Saisonbeginn von Covid-Fällen eingebremste Gast aus dem nordwestlichen Randgebiet der russischen Hauptstadt findet sich nach dem 80:100 in Berlin am Tabellenende wieder und will den Anschluss ans Mittelfeld halten. Helfen wird dabei offenbar wieder Devin Booker: Der frühere Münchner (2016 – 2019) verpasste zuletzt fünf Spiele aufgrund von Schulterproblemen, soll aber im Audi Dome sein Comeback geben. Und: Auch der ehemalige FCBB-Regisseur Stefan Jovic (2017 – 2019), wegen einer Fußverletzung bisher noch ohne Saisoneinsatz, ist offenbar wieder eine Option für Coach Rimas Kurtinaitis und soll mit nach München reisen.

Sein Münchner Kollege Andrea Trinchieri sagt: „Wir haben ein sehr schlechtes Spiel hinter uns, in dem wir unsere Identität verleugnet haben. Wir müssen jetzt zurückkommen und wissen exakt, wie wir spielen müssen. Dafür ist dieses Duell eine große Gelegenheit gegen ein supertalentiertes Team, das wirklich jeden Gegner besiegen kann. Doch wir müssen zeigen und beweisen, dass wir verstanden haben, wie wir zu unserem Basketball zurückfinden.“

„Book“ ist zweitbester Scorer hinter Superstar Alexey Shved

Bei den Gästen ist „Book“ mit 16,2 Punkten (8,4 RpS) bester Scorer hinter Superstar Alexey Shved (16,8). Dritter Rückkehrer im Khimki-Dress ist neben dem Power Forward und Jovic US-Center Greg Monroe (10,3 PpS, 6,3 RpS), der nach seinem Europa-Debüt für die Bayern im Sommer das überaus fürstliche Angebot Khimkis annahm. Zum wie gewohnt kostspielig arrangierten Khimki-Kader zählen auch der langjährige NBA-Profi Jonas Jerebko (635 NBA-Spiele/aktuell 12,4 PpS), die beiden Amerikaner Errick McCollum (aus Kazan/11,2 PpS) und der von Real Madrid gewechselte Jordan Mickey (11,0) sowie der lettische Scharfschütze Janis Timma (8,4).

Die Münchner Bilanz gegen Khimki ist mit 6:1 (zweimal EuroCup) so gut wie gegen keine andere europäische Spitzenmannschaft. Doch das letzte Duell vor einem Jahr gewann der Gegner überlegen (87:74) und spielte damals seine Qualität aus. Was dessen Individuen zu leisten imstande sind, ist auch aus den Bestenlisten der EuroLeague abzulesen: Shved überrascht als momentan bester Zuspieler des Wettbewerbs mit 8,8 Assists, während der Schwede Jerebko als erfolgreichster Rebounder verblüfft (6,8 RpS) und Mickey mit den klar meisten Blocks (2,6 BlpS).

Der Weg der Bayern sollte diesmal sein, die hochtalentierten Offensivkraft der Gäste nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Mit durchschnittlich nur 77,7 Punkten des Gegners zählt der FCBB weiter zu den defensivstärksten Teams der Königsklasse – exakt denselben Wert weist derzeit Khimkis Offense auf, womit die bisherigen Probleme sichtbar sind. Halten auch die Bayern den Kontrahenten bei seinen bisherigen Quoten (50 Prozent der Zweier, 36 Prozent Dreier), stehen die Chancen gut auf den achten Sieg.

„Nach zwei Niederlagen in der EuroLeague müssen wir eine Reaktion zeigen, auch wenn das nicht so einfach wird, wie es der ein oder andere vielleicht glaubt“, sagt Bayern-Kapitän Nihad Djedovic. „Denn diese Mannschaft hat so viel Talent, dass sie daheim auch ein Team wie ZSKA schlägt, da kommt es etwas auf die Tagesform an. Es kommen ein paar bekannte Gesichter, ein Greg zum Beispiel ist einer der besten Big Guys in der EuroLeague.“

27 Tage, elf Spiele: Sonntag gegen die BG Göttingen, Dienstag in Weißenfels

Guttun würde er dem FCBB in jedem Fall: Das Khimki-Spiel ist das erste des Münchner Dezember-Marathons mit elf Partien in 27 Tagen. Weiter geht es am Sonntag in der BBL gegen Göttingen und am Dienstag in Weißenfels beim MBC. MagentaSport zeigt wie immer alle Spiele live. (pm-FCBB)

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