Basketball s.Oliver Würzburg Bonn Heimsieg Playoff-Platz

Würzburg siegt gegen Bonn – Fernduell um Playoffplatz gegen Braunschweig

11.05.2019   9:55 Uhr
Jubel und Freude bei s.Oliver würzburg über den Heimsieg gegen Bonn. Jetzt entscheidet das Fernduell im letzten Spiel mit Braunschweig über den Playoff-Platz. Foto: SOW/Screenshot

s.Oliver Würzburg hat die Playoff-Qualifikation weiter in der eigenen Hand: Durch einen 80:75-Heimsieg gegen die Telekom Baskets Bonn haben die Schützlinge von Headcoach Denis Wucherer vor dem 34. und letzten Spieltag der easyCredit BBL-Hauptrunde Rang sieben der Tabelle erobert. Skyler Bowlin traf in einer hart umkämpften Partie 9,1 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Dreier zum Endstand. Im Falle eines Sieges am Sonntag (Sprungball 18:00 Uhr, live auf magentasport.de) bei Brose Bamberg wäre das Viertelfinale sicher, bei einer Niederlage im Auswärts-Frankenderby müsste s.Oliver Würzburg auf einen Ausrutscher der Basketball Löwen Braunschweig in ihrem Heimspiel gegen medi bayreuth hoffen.

Passend zur Fanfreundschaft zwischen Bonn und Würzburg endete der direkte Vergleich in dieser Saison mit einem Unentschieden: Die Rheinländer hatten das Hinspiel mit 91:86 gewonnen, s.Oliver Würzburg setzte sich in der restlos ausverkauften s.Oliver Arena mit demselben Vorsprung durch und liegt nach dem 33. Spieltag wegen des um zehn Punkte besseren Korbverhältnisses in der Tabelle vor Bonn. Während die Telekom Baskets trotz der Niederlage die Playoff-Qualifikation bereits in der Tasche haben, kommt es um den letzten Platz im Viertelfinale am Sonntag zum Fernduell zwischen s.Oliver Würzburg und den Basketball Löwen Braunschweig – die Niedersachsen haben allerdings mit einem Heimspiel gegen medi bayreuth zumindest auf dem Papier die deutlich leichtere Aufgabe vor der Brust. Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben am Samstag durch eine Niederlage in Göttingen ihre letzte Playoffchance ebenso verspielt wie die FRAPORT SKYLINERS, die sich in Braunschweig geschlagen geben mussten. Sicher in den Playoffs ist s.Oliver Würzburg nur bei einem Sieg in Bamberg oder im Falle einer Löwen-Heimniederlage gegen Bayreuth. Bei einem noch möglichen Dreier- oder Vierervergleich nach dem 34. Spieltag beenden die Wucherer-Schützlinge die Saison auf dem 9. Tabellenplatz.

Den Heimsieg gegen die Telekom Baskets Bonn verdienten sich die Spieler von s.Oliver Würzburg mit einer erneuten Energieleistung im dritten Spiel innerhalb von sechs Tagen: Zwar starteten die Gäste aus dem Rheinland deutlich besser in die Partie und gingen durch Josh Mayo schnell mit 0:5 in Führung, danach kamen die Hausherren in einer flotten und intensiven Partie an beiden Enden des Spielfelds aber schnell auf Betriebstemperatur. Ein 7:0-Lauf drehte den Spielstand zum ersten Mal – Skyler Bowlin traf seinen ersten von vier Dreiern zum 7:6 in der 4. Minute. 120 Sekunden später lagen die Bonner wieder knapp vorne (10:11), aber dann bekamen die Gastgeber immer besseren Zugriff in der Verteidigung, erzwangen einige Ballverluste und setzten sich durch einen 11:0-Zwischenspurt zum ersten Mal zweistellig ab – drei Dreier in Serie durch Devin Oliver und zweimal Florian Koch stellten den Spieltand in der 8. Minute auf 21:11.

Das war der fünfte und gleichzeitig bereits letzte Führungswechsel der Partie. Zwar kamen die Bonner immer wieder zurück in Schlagdistanz, zu ihren Gunsten drehen konnten sie das Ergebnis im weiteren Spielverlauf aber nicht mehr. Bis zum Seitenwechsel bewegte sich der Würzburger Vorsprung immer im Bereich von drei bis acht Punkten, beim Stand von 41:35 ging es in die Kabinen. Auch in die zweite Halbzeit starteten die Gastgeber besser: Mike Morrison und Devin Oliver erzielten die ersten sechs Punkte des dritten Viertels (47:35, 22. Minute). Zweistellig blieb die Führung auch im weiteren Spielverlauf für längere Zeit, auch wenn die Gäste durch zwei Dreier vor der letzten Viertelpause auf 63:55 verkürzen konnten. Die ersten acht Punkte des Schlussabschnitts gingen dann aber wieder auf das Konto der Hausherren – Julian Albus und Florian Koch jeweils per Dreier und Mike Morrison mit einem Korbleger warfen die höchste Würzburger Führung des Spiel heraus (71:55, 32. Minute

Die Bonner steckten aber auch bei minus 16 nicht auf und konnten dann in der „Crunchtime“ die nachlassenden Kräfte der Gastgeber zu einer Aufholjagd nutzen: Charles Jackson schnappte sich in der 39. Minute einen Offensivrebound, verkürzte auf 77:75 und vollendete damit einen siebenminütigen 20:6-Lauf der Telekom Baskets. Danach fanden die Spieler von s.Oliver Würzburg aber noch einmal die nötigen Körner, um die Bonner Aufholjagd gerade noch rechtzeitig zu stoppen: Xavier Cooks gelang unter dem eigenen Korb ein Ballgewinn gegen Nate Linhart, und vorne kam der Ball nach einem geblockten Wurf von Devin Oliver trotzdem noch zu Skyler Bowlin, der mit ablaufender Schussuhr 9,1 Sekunden vor Spielende den Dreier zum Endstand versenkte und damit die 3.140 Zuschauer in der ausverkauften Turnhölle in Ekstase versetzte.

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Ich bin sehr stolz auf meine Jungs, die heute noch einmal alles gegeben haben. Die Spieler, die wir noch zur Verfügung haben, funktionieren als Team. Mit unseren tollen Fans im Rücken haben sie heute noch einmal ein großartiges Spiel gemacht. Es ist natürlich ein kleiner Wermutstropfen dabei, denn wir haben zu Beginn des vierten Viertels mit 16 Punkten geführt und dann Konzentrationsfehler gemacht, wegen denen wir am Ende nur mit fünf Punkten Unterschied gewonnen haben. Das ist natürlich etwas ärgerlich, ich kann den Jungs aber nicht böse sein und keinen Vorwurf machen. Solche Fehler passieren, wenn man so müde ist wie wir und einfach nicht mehr kann. Mit dem Spiel und mit dem Ergebnis bin ich deshalb sehr zufrieden.“

s.Oliver Würzburg – Telekom Baskets Bonn 80:75 (23:20, 18:15, 22:20, 17:20)
Für s.Oliver Würzburg spielten:
Devin Oliver 16 Punkte/2 Dreier (11 Rebounds), Mike Morrison 14 (6 Rebounds), Florian Koch 13/3, Xavier Cooks 13 (7 Rebounds/4 Assists), Skyler Bowlin 12/3 (8 Assists/4 Steals), Cameron Wells 6, Brad Lösing 3/1, Julian Albus 3/1, Felix Hoffmann. (pm-TV)

Key Stats:
Fastbreak-Punkte: Würzburg 12 – Bonn 5
Ballverluste: Würzburg 13 – Bonn 17
Ballgewinne: Würzburg 9 – Bonn 6.