Neuer Brose-Trainer hat sich eingelebt

29.08.2018   10:48 Uhr

Zehn Tage ist er in Bamberg, drei so richtig bei der Arbeit. Ainars Bagatskis hat sich eingelebt. Also soweit man das nach zehn Tagen sagen kann. Und soweit das ein Trainer braucht. Er kennt sein Zuhause. Er kennt sein Büro. Er kennt die Trainingshalle. Und er kennt zwei gute Restaurants. Das genügt ihm für die ersten Tage, um sich, wie er sagt, „mehr als nur wohl zu fühlen“.

Hast du lange gebraucht, um über das Angebot Broses nachzudenken?
Bamberg hat eine unglaublich gute Reputation in Basketballeuropa, und ich kann mir keinen Trainer vorstellen, der ein Angebot von hier hat und nein sagt. Für mich ist wichtig, dass Brose große Ziele verfolgt, ein sehr ambitionierter Verein ist. Nach der letzten Saison gab es einen Umbruch. Wir haben sechs neue Spieler. Ich habe dem Verein meine Ziele erläutert, jetzt bin ich hier und habe die Entscheidung noch keine Sekunde bereut.

Welchen Basketball können die Fans erwarten?
Das ist eine sehr einfache Frage, die sich aber nur sehr kompliziert beantworten lässt. Ich möchte, dass wir schnellen, aggressiven, aber vor allem smarten Basketball spielen. Das kann ich im Moment sehr lapidar sagen. Aber es wird unglaublich schwer werden, es auch umzusetzen. Dafür müssen wir jetzt hart arbeiten. Ich lerne meine Mannschaft gerade kennen, sie lernt mich gerade kennen. Der Spielstil soll sich von dem der letzten Jahre unterscheiden. Das muss ich hinbekommen. Ich will das Talent jedes einzelnen Spielers hervorholen und fördern. Und Talente zeigen sich in erster Linie offensiv. Für viele Trainer
ist die Verteidigung das Maß aller Dinge. Für mich ist eine gute Verteidigung die Grundlage, um die Offensive zu verbessern. Wir werden ein gutes Gleichgewicht zwischen vorne und hinten finden. Hinten holen wir uns extra Motivation durch gute Verteidigung, die wir dann vorne rauslassen und positiv verwerten.

Wie würdest du dein Team charakterisieren?
Wir haben eine gute Balance aus erfahrenen Spielern und Youngstern. Bamberg hat eines der besten Jugendprojekte Europas. Schaut euch Spieler wie Kulboka und Olinde an. Die sind alle hier herangewachsen und haben die nächsten Schritte gemacht. Ich will in jedem Team, das ich coache, mindestens zwei junge Spieler haben. Zum einen sind sie immer unberechenbar – auch für den Gegner; zum anderen kennen sie zumeist die Mentalität der Stadt, des Vereins, weil sie hier aufgewachsen bzw. ausgebildet worden sind. Sie dürfen auch Fehler machen. Sie werden auch Fehler machen. Das ist ok und gehört zum Geschäft. Wichtig ist, dass wir jetzt schnell eine Identität, unsere Identität finden. Es interessiert mich nicht, wie andere Teams spielen. Ich will, dass wir spielen, wie wir spielen können. Wir sind Brose, keine andere Mannschaft.

Wie würdest du dich charakterisieren?
Ich spreche ungern über mich. Ich bin Teil eines Teams. Es gibt im Internet genug Videos, die zeigen, wie ich sein kann. Wichtig für mich ist: ich bin nie Fake. Ich mache und sage es immer so, wie ich es für richtig halte. Wenn ich sauer bin, bin ich sauer. Ich bin nicht sauer, weil jemand sagt, ein Trainer muss ab und zu sauer sein.

Was sind deine Ziele?
Ich antworte auf solche Fragen immer: ich kann nichts versprechen. Natürlich will ich am Ende eine Trophäe in die Luft halten. Aber ich kann es nicht versprechen. Was ich aber versprechen kann: ich werde jeden Tag hart und professionell arbeiten, dass wir den Basketball spielen, den ich sehen will und den wir gerne den Fans zeigen wollen. (pm-TV)