Spanischer „Glückswurf“ schockiert Brose Bamberg

11.10.2018   10:51 Uhr
33 Rice-Punkte reichten nicht um das erste Championsleague-Spiel zu gewinnen. Die Bamberger unterlagen mit einem Punkt 88:89. Foto: Brose Bamberg

von Bertram Wagner

Basketball-Schock am Mittwochabend 22.01 Uhr in Freak City: Ein mehr als einen Meter entfernt von der Dreier-Linie – „gefühlt“ fast von der Mittellinie - abgefeuerter Distanzwurf von Francesco Cruz verhinderte, dass Brose Bamberg nach dem guten BBL- und Pokal-Start (zwei Siege gen Würzburg) auch international in der Champions League erfolgreich die Spielzeit begann. 88:89 – mehr als eine bittere Niederlage auf heimischen Parkett gegen Montakit Fuenlabrada. Die Spanier stehen nun mit Rom und Moskau auf gleicher Ebene, denn auch damals beendeten „unmögliche Verzweiflungswürfe“ Bamberger Siegträume. Die Spieler und auch die knapp 6000 Fans erstarrten nach dem hohen Bogen-Erfolgswurf erst einmal zu einer Salzsäure.

Das Entsetzen war verständlich, schließlich gönnten die Gastgeber bei ihrer Champions League-Premiere den Südeuropäern in den letzten 100 Sekunden noch 17 (!) Punkte. 80:72 – nachdem Stevan Jelovac seinen einzigen erfolgreichen Dreier verwandelte und gestikulierend die Halle zum Kollektiv-Jubel animierte. Bamberg auf Wolke sieben, die Spanier erzielten in den fast zwei Minuten zuvor keinen einzigen Punkt. Knapp eine Minute vor dem dramatischen Spielende standen die Bamberger Aktien immer noch bestens (82:74).

Hand aufs Herz, es lag nicht nur am spanischen Glückswurf, „schlechte Entscheidungen“ nannte es Headcoach Ainars Bagatskis und meinte wohl einen zu schnellen Abschluss, einen zu späten Pass und zu frühe taktische Fouls. Dieses Fehler summierten sich und sorgten für das unrühmliche Ende.

Dabei hätten sich Zisis und Co. den Sieg wahrlich verdient, sie ließen sich auch von Rückstanden (8:18; 50:58) nicht aus der Ruhe bringen, hielten zusammen und bogen eindrucksvoll auf die Zielgerade ein, ehe sie kurz vor dem Ziel stolperten. Tyrese Rice erwischte einen „Sahnetag“, ganz besonders als er zu Beginn des vierten Abschnitts mit drei Dreiern und einem Durchzieher in 2:50 Minuten im Handumdrehen elf Punkte erzielte. 33 Punkte (mit elf Freiwurf-Zählern) insgesamt: Eine staatliche Ausbeute! Aber auch Augustine Rubit, der wieder genesene Elias Harris und Spielführer Nikos Zisis verdienten sich gute Noten, die aber letztlich ein Muster ohne Wert waren.

Viel Zeit zum Hadern bleibt nicht, denn schon am Montag (20.30 Uhr gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg), die ebenfalls international mit einer Niederlage starteten, und am Mittwoch (20 Uhr gegen JDA Dijon) wird die zweite Runde ausgetragen. Die 38-Minuten-Leistung vom Mittwoch über die gesamte Spielzeit dürfte ausreichen, um zwei Herzschlagfinale zu vermeiden.

Ainars Bagatskis: „Es war ein hartes Spiel. Wir haben unsere Spieler mental auf einen Kampf vorbereitet, denn wir kannten die Spielweise aus den Partien gegen Würzburg. Fuenlabrada spielt ähnlich: schnell, smart, gute Schützen. Aber erfahren. Und das haben sie heute gezeigt. Was gut war: wir sind zwischenzeitlich – auch als wir mit zehn zurücklagen – nicht nervös geworden, sondern haben unser Spiel gespielt. Dann hatten wir die Partie eigentlich unter Kontrolle, haben dann aber zweimal zu überhastet und unnötig schnell abgeschlossen, nicht getroffen und im Gegenzug Punkte kassiert. Am Ende hatten sie natürlich Glück mit dem Wurf, aber das gehört im Basketball mit dazu. Wir hatten in der zweiten Halbzeit dagegen zu viele Fehler, haben zu viele Rebounds zugelassen, zu oft den Ball verloren. Das war der ausschlaggebende Punkt.“

Brose Bamberg:
Rice 33, Zisis 10, Jelovac 7, Stuckey 2, Kratzer dnp, Schmidt, Olinde 2, Harris 8, Rubit 16, Alexander 5, Heckmann 5, Kulboka. (mit pm-TV)