Bayern gewinnt rassiges Derby in „Freak City“

Brose Bamberg – FC Bayern München 87:94

Brisant, rassig, interessant, abwechslungsreich, absolut sehenswert – so lassen sich die 40 Minuten des bayerischen Derbys treffend beschreiben, wobei sich der Münchner Euroleague-Teilnehmer in den letztlich entscheidenden Situationen etwas abgeklärter und treffsicherer erwies, und sich damit redlich verdient – nach zwei BBL-Niederlagen – wieder ein nationales Erfolgserlebnis verschaffen konnte (94:87).

Die über 6 000 Fans, die die ehemaligen Bamberger Andrea Trinchieri, Augustine Rubit (erwischte in der „alten“ Heimat einen „Sahnetag“) und Elias Harris in der erstmals nach drei Jahren wieder ausverkauften Brose Arena sehr herzlich empfingen, sorgten für eine „Frankenhölle“, in der sich der Favorit keine Verschnaufpause gönnen konnte. Im Gegensatz zur 28-Punkte-Pleite in Ludwigsburg wirkten die Gäste vom Jump an sehr fokussiert. Dass das erste Viertel mit 56 Punkten (30:26) einem Offensiv-Spektakel erster Güte glich, dazu trugen auch die Schützlinge von Oren Amiel bei. 21 von 34 Wurfversuchen beiderseits fanden ihr Ziel.

Mit zunehmender Spieldauer bekamen die Münchner mehr und mehr Oberwasser und führten kurz vor der Pause erstmals zweistellig. Doch die motivierten Gastgeber, die das verlorene Mittwochspiel gegen Braunschweig mit aller Macht vergessen machen wollten, hielten dagegen und kamen kurz nach Beginn des dritten Viertels auf 52:53 heran. Die Brose Arena „kochte“ über, doch die Bayern blieben cool und nutzten jede Hausherren-Schwäche gnadenlos aus. Zehn Minuten später schien beim Stande von 80:64 alles entschieden gewesen zu sein, doch das Brose-Team startete eine furiose Aufholjagd. Angetrieben von den begeisterten Fans gelang Tuchfühlung, doch mehr als ein Verkürzen auf fünf Punkte war nicht möglich, da die Bamberger entscheidende frei Würfe nicht versenken konnten. Auf der anderen Seite gaben sich die Bayern – auch nach taktischen Fouls an der Freiwurflinie – keine Blöße mehr und erhöhten als Dritter ihre BBL-Bilanz auf 12:4 Siege (Bamberg 7/10 und Rang 12).

Kurzum: Dieses bayerische Derby war eine Werbung für den Basketballsport und die Fans konnten trotz der Heimniederlage diese zwei Stunden voller Emotionen genießen.

Vor dem Spiel wurde Brose-Präsident Norbert Sieben, ehemals auch beim BBV an der Spitze stehend (1997 bis 2003), vom scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Stoschek verabschiedet.

Zweistellig punkteten: Miller (23), Bohacik (15) und Young (15) für Bamberg – Rubit (23), Winston (16) und Giffey (11) für München.

Text und Fotos: Bertram Wagner

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